Zweimal dieser aus tiefem Studiodschungelgrün kommende Rehblick. Zwei immense Verkaufserfolge. Das Label Dschungelkind geriet zur regelrechten Goldader; Sabine Kuegler, „Wanderin zwischen zwei Welten“, galt fortan als Vermarktungsgenie. Aber auch Missfallensäußerungen wurden laut. Der Dschungel West-Papuas als Abenteuerspielplatz einer Heranwachsenden und ihrer Missionarsfamilie -, dies war einigen Umweltorganisationen doch zuviel des neokolonialen Gutmenschentums. Bereits im zweiten Band, Ruf des Dschungels, begann die Autorin – problemgeschärft inzwischen -, gegenzusteuern. Nun läuft Phase drei an. Dschungelkindromantik ade. Frau Kuegler lässt ihr Hilfsprogramm für die Dritte Welt anrollen!
Welch glückliche Fügung, dass „ZS Debatten“, die neue Reihe kritischer Sachbücher des Zabert Sandmann Verlags, hierfür das ideale Forum bot. „Männer, die durch Glück oder Arbeit zu etwas Geld gelangt sind, neigen dazu, es für unsinnige Dinge oder jedenfalls allzu leichtfertig zu vergeuden.“ Sehr bald steht Frau Kueglers Thesengebäude über das Versickern von Auslandshilfsgeldern in Ländern der Dritten Welt. Und zwar felsenfest. Wenn es in Einzelfällen auch stimmen mag; das Credo vom nichtsnutzigen Säufer-Macho-Herumhänger und seiner tatkräftigen Frau, das im Verlauf des Buches fast schon gebetsmühlenhaft zum Dogma erhoben wird, befremdet in seiner Holzschnittartigkeit einigermaßen. Wie auch eine etwas ärgerliche FAZ-Rezensentin bereits stirnrunzelnd vermerkte.
Auf ihrem Wege der Beweisführung, dass Hilfsgelder grundsätzlich bei Frauen besser aufgehoben seien, preist die Autorin die segensreiche Wirkung der Mikrokredite des Friedensnobelpreisträgers Muhammad Yunus; sie erinnert an Stätten der eigenen Kindheit, den Stamm der Danuwa Rai und seiner starken Frauen im Süden Nepals. Wir lernen Shanta kennen, die Heilerin der ärmsten Seelen von Bangladesch. Allesamt beeindruckende Fallbeispiele zur Wiederherstellung der „Balance der Geschlechter“ (Kuegler verweist hier auf die Thesen der berühmten Anthropologin Riane Eisler und ihrer „Dominator-Kultur“, nach der die heutigen Männer – anders als in antiken Gesellschaften -, über die Frauen herrschen). Auch wenn Frau Kuegler globale Frauenpower beschwört und eine „veränderte Welt“ verspricht – sie sollte nicht vergessen, die schlafmützig nutzlosen, dauerpalavernden Wesen, die ihr Buch bevölkern, und die man bislang gemeinhin als Männer kannte, mit einzubinden. Meint ein etwas verschnupfter Rezensent. –Ravi Unger . KLICKEN SIE HIER, UM DIESES BUCH ZUM KOSTENLOSEN DOWNLOAD